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Die 7 schönsten Strände der Hohwachter Bucht

Von Hohwacht bis Kalifornien: Diese sieben Strände zwischen Steilküste, Dünen und Binnenseen machen die Hohwachter Bucht zum Ostsee-Geheimtipp – mit allem Praktischen zu Anreise, Parken, Hunden und Schlechtwetter.

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Sven da Silva Rochel
25. Juli 2026 13 Min. Lesezeit

Inhalt

Es gibt Küstenabschnitte an der Ostsee, die man einmal sieht und dann nicht mehr vergisst. Die Hohwachter Bucht gehört dazu. Sie liegt im Nordosten Schleswig-Holsteins, spannt sich in einem weiten Bogen zwischen der Kieler Förde und der Halbinsel Wagrien und ist bis heute erstaunlich unverbaut geblieben. Statt Hochhäusern gibt es hier grüne Steilküsten, Knicks, Dünen und flache Binnenseen, in denen sich der Himmel spiegelt. Wer die Ostsee sucht, wie sie vor fünfzig Jahren war – nur mit besserer Gastronomie –, ist hier richtig.

Die Bucht ist keine geschlossene Ortschaft, sondern eine Kette kleiner Bäder und Dörfer. Genau das macht ihren Reiz aus: Jeder Strandabschnitt hat einen eigenen Charakter, eigene Gäste und eigene Regeln. Wir haben sieben davon herausgesucht – vom belebten Kurstrand bis zum Naturstrand, an dem man an einem Vormittag im Mai keiner Menschenseele begegnet.

1. Strand von Hohwacht – der Klassiker der Bucht

Der Hauptstrand des Ostseebads Hohwacht ist das Herzstück der Bucht und gleichzeitig ihr Namensgeber. Feiner, heller Sand, ein flach abfallender Wassereinstieg und eine Promenade, die nie überfüllt wirkt: Hohwacht ist der Ort, an dem man morgens barfuß zum Bäcker läuft und abends mit einem Fischbrötchen auf der Mole sitzt.

Der Strand ist in einen bewachten Kurstrand und ruhigere Abschnitte in beide Richtungen gegliedert. Wer Strandkorb, Toiletten und Imbiss in der Nähe braucht, bleibt in der Mitte. Wer Weite sucht, geht fünf Minuten nach Osten – dort beginnt der Aufstieg zur Steilküste, und mit jedem Schritt wird es stiller. Besonders schön ist der Blick von oben: An klaren Tagen reicht er über die gesamte Bucht bis nach Fehmarn hinüber.

Familien schätzen Hohwacht, weil das Wasser über viele Meter hinaus flach bleibt. Kinder können hier weit hinauslaufen, ohne dass es tief wird. Bei auflandigem Wind entstehen kleine Wellen, die zum Springen einladen, aber selten gefährlich werden. Bei ablandigem Wind ist die Ostsee an diesem Abschnitt oft spiegelglatt.

2. Sehlendorfer Strand – Dünen, Binnensee und Vogelwelt

Nur wenige Kilometer westlich liegt einer der schönsten Naturstrände der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Der Sehlendorfer Strand gehört zur Gemeinde Blekendorf und wirkt wie aus einem anderen Land: eine schmale Dünenkette, dahinter der Sehlendorfer Binnensee, davor offene Ostsee.

Der Binnensee ist Naturschutzgebiet und eines der wichtigsten Rast- und Brutgebiete der Region. Wer früh am Morgen oder in der Abenddämmerung kommt, hört Kiebitze, Austernfischer und – je nach Jahreszeit – ganze Schwärme durchziehender Enten und Gänse. Ein Fernglas gehört hier ins Gepäck. Wichtig: Die Wege durch die Dünen sind ausgeschildert, und man sollte sie unbedingt einhalten. Die Vegetation ist empfindlich, und Brutvögel geben ihr Gelege auf, wenn sie zu oft gestört werden.

Der Strand selbst ist breit, sauber und – weil es keine Promenade und keine Ladenzeile gibt – auch in der Hochsaison deutlich ruhiger als die Kurstrände. Man bringt sich mit, was man braucht. Genau deshalb kommen die Stammgäste immer wieder.

3. Lippe – der kleine Hafen mit dem großen Himmel

Zwischen Behrensdorf und Hohwacht liegt Lippe, ein winziger Ort mit einem ebenso kleinen Bootshafen. Wer hier badet, tut das oft mit einer Handvoll anderer Menschen. Es gibt keine Attraktionen, keine Animation, keine Warteschlange am Eisstand – dafür Sand, Wasser und einen Himmel, der abends in Farben leuchtet, die man auf Fotos später für nachbearbeitet hält.

Lippe eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für lange Strandwanderungen. Nach Osten erreicht man in gut einer Stunde Hohwacht, nach Westen Behrensdorf. Zwischendurch kommt man an Abschnitten vorbei, an denen die Steilküste bis fast ans Wasser reicht und Findlinge im flachen Wasser liegen. Wer Steine sammelt, wird hier fündig: Feuersteine, Hühnergötter und mit etwas Glück auch der eine oder andere Donnerkeil.

4. Behrensdorf – viel Platz für wenig Trubel

Behrensdorf ist das, was man einen ehrlichen Strand nennen könnte. Ein breiter, flacher Sandstrand, ein überschaubarer Ortskern, ein Campingplatz, ein paar Ferienhäuser. Die Weite ist das eigentliche Argument: Selbst an heißen Augusttagen findet man hier ohne Mühe einen Platz, an dem der nächste Sonnenschirm nicht in Rufweite steht.

Für Familien mit kleinen Kindern ist Behrensdorf ideal, weil der Einstieg ins Wasser sanft ist und der Strand nicht von Buhnen zerschnitten wird. Für Sportliche ist er interessant, weil der Wind hier meist zuverlässig weht – Stand-up-Paddler starten bei ablandigem Wind allerdings besser woanders, weil man dann schnell weiter draußen ist, als einem lieb ist.

Ein Tipp für den Abend: Von Behrensdorf aus lohnt der kurze Weg ins Landesinnere nach Panker. Das Gut mit seinem Ensemble aus Backsteingebäuden und der umliegenden Landschaft ist ein Kontrastprogramm zur Küste – und der Hessenstein, ein alter Aussichtsturm in der Nähe, bietet einen Rundblick über die gesamte Region.

5. Weißenhäuser Strand – wenn das Wetter nicht mitspielt

Am östlichen Ende der Bucht liegt Weißenhäuser Strand, ein Ortsteil der Gemeinde Wangels. Der Strand ist lang, hell und gut ausgestattet – und direkt dahinter beginnt ein großer Ferienpark mit subtropischem Badeparadies, Restaurants und Freizeitangeboten.

Für Urlauber bedeutet das vor allem eines: Planungssicherheit. Wenn drei Tage am Stück der Wind aus Nordost pfeift und die Ostsee sich weigert, sommerlich zu sein, hat man hier eine Alternative in Gehweite. Das macht Weißenhäuser Strand vor allem für Familien mit Kindern und für Nebensaison-Urlauber interessant, die nicht auf Schönwetter wetten wollen.

Wer die Ruhe der Bucht sucht, geht einfach ein Stück nach Westen: Schon nach wenigen hundert Metern lässt man den Betrieb hinter sich und läuft auf einem naturbelassenen Abschnitt in Richtung Sehlendorf.

6. Kalifornien – der Strand mit dem kuriosen Namen

An der Westseite der Bucht, auf dem Gebiet von Schönberg in Holstein, liegen zwei Strände, die man wegen ihrer Namen nie wieder vergisst. Kalifornien ist der bekanntere von beiden. Der Name geht auf Auswanderer-Geschichten des 19. Jahrhunderts zurück, und der Ort spielt heute charmant damit – ein „Route 66"-Schild am Ortseingang gehört zu den meistfotografierten Motiven der Küste.

Der Strand selbst ist breit und wird von Surfern, Familien und Tagesgästen aus Kiel gleichermaßen geschätzt. Weil die Kieler Innenstadt nur rund eine halbe Stunde entfernt liegt, ist hier an Sommerwochenenden mehr los als in der östlichen Bucht. Unter der Woche und in der Nebensaison verteilt sich das schnell.

Wassersportler finden hier gute Bedingungen für Wellenreiten und Wingfoilen, wenn der Wind aus westlicher bis nördlicher Richtung kommt. Schulen und Verleihstationen sind vor Ort, sodass auch Einsteiger einen betreuten ersten Versuch machen können.

7. Brasilien – Weite, Wind und Dünen

Gleich nebenan schließt sich Brasilien an, der zweite Strand mit exotischem Namen. Er ist ruhiger als Kalifornien, dafür noch etwas windiger – und genau deshalb bei Kite- und Windsurfern beliebt. Wer nicht selbst aufs Wasser will, hat hier ein kostenloses Schauspiel: An guten Tagen stehen Dutzende bunter Schirme über der Ostsee.

Zwischen Kalifornien und Brasilien lässt sich hervorragend am Wasser entlanglaufen. Der Sand ist fest genug zum Joggen, und die Dünen bieten Windschutz für ein spätes Picknick. Achte auch hier auf die markierten Übergänge – die Dünenvegetation ist der natürliche Küstenschutz und darf nicht betreten werden.

Wer die Hohwachter Bucht in Ruhe erleben möchte, wohnt am schönsten direkt an der Küste – idealerweise mit Blick aufs Wasser vom Frühstückstisch aus:

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Anreise und Wegezeiten

Die Hohwachter Bucht erreicht man aus Hamburg in rund zwei Stunden, aus Kiel in etwa 45 Minuten und aus Lübeck in gut einer Stunde. Von der A1 beziehungsweise der A215 führt der Weg über Landstraßen – ein Teil des Charmes, aber auch ein Grund, warum die Region nie zum Massenziel geworden ist.

Mit der Bahn fährt man bis Lütjenburg-Umgebung beziehungsweise bis Kiel oder Plön und steigt dort auf den Bus um. Ohne Auto ist man in der Bucht allerdings eingeschränkt: Die Orte liegen weit auseinander, und der Takt ist außerhalb der Saison überschaubar. Ein Fahrrad löst dieses Problem elegant – die Strecken zwischen den Stränden sind flach bis leicht hügelig und selten länger als zehn Kilometer.

Parken, Kurabgabe und Strandkörbe

An den Kurstränden gibt es bewirtschaftete Parkplätze, meist in Strandnähe und tageweise abgerechnet. An den Naturstränden ist das Angebot kleiner – an Hochsommertagen lohnt es sich, früh da zu sein. In den Ostseebädern wird eine Kurabgabe erhoben; bei einer gebuchten Unterkunft ist sie in der Regel über die Gastgeber abgewickelt, und die Kurkarte gilt zugleich als Strandzugang. Strandkörbe lassen sich tage- oder wochenweise mieten; in der Hauptsaison ist eine Reservierung sinnvoll, in der Nebensaison bekommt man fast immer spontan einen.

Mit Hund an den Strand

Fast alle Orte der Bucht weisen eigene Hundestrände aus – oft am Rand der Kurstrände, gut beschildert und meist weniger voll. Außerhalb dieser Abschnitte gilt in der Badesaison in der Regel ein Verbot, das auch kontrolliert wird. In der Nebensaison sind die Regeln vielerorts entspannter, in den Naturschutzgebieten rund um die Binnenseen jedoch nie: Dort gilt Leinenpflicht, und zwar aus gutem Grund. Wer die genauen Abschnitte vorab prüfen möchte, findet sie auf den Seiten der Tourismusgemeinschaft Hohwachter Bucht.

Die beste Reisezeit

Juli und August bringen die höchsten Wassertemperaturen – je nach Jahr zwischen 18 und 22 Grad. Wer Ruhe sucht, reist im Juni oder September: Das Wasser ist im September oft wärmer als im Juni, die Tage sind noch lang, und die Strände gehören einem fast allein. Der Mai ist die Zeit der Vogelbeobachter, der Oktober die der Sturmspaziergänger. Zwischen November und März ist die Bucht sehr ruhig; viele Betriebe schließen, dafür bekommt man Küstenwanderungen bei klarer Luft und ein Preisniveau, das sich deutlich von der Hochsaison unterscheidet.

Wenn das Wetter kippt: Ausflüge im Hinterland

Die Ostsee hat auch graue Tage – und die Bucht hat Antworten darauf. Lütjenburg liegt zentral und bietet mit seinem Eiszeitmuseum eine Erklärung für genau die Landschaft, durch die man gerade fährt: Steilküsten, Findlinge und Binnenseen sind Hinterlassenschaften der letzten Eiszeit. Der Bismarckturm über der Stadt lohnt den Aufstieg bei klarer Sicht.

Ebenfalls in Reichweite: die Holsteinische Schweiz mit ihren Seen rund um Plön und Malente, das Wasserschloss Glücksburg-artige Ensemble von Gut Panker sowie die Städte Kiel und Lübeck, die beide in gut einer Stunde erreichbar sind. Einen guten Überblick über regionale Veranstaltungen und Öffnungszeiten gibt das Portal der Ostsee-Region Schleswig-Holstein.

Zu Fuß und mit dem Rad: die Bucht am Stück erleben

Die schönste Art, die Hohwachter Bucht kennenzulernen, ist nicht das Auto, sondern der eigene Antrieb. Am Wasser entlang lässt sich fast die gesamte Ostseite der Bucht erwandern: von Weißenhäuser Strand über Sehlendorf und Hohwacht bis nach Behrensdorf und Lippe. Je nach Wasserstand ist der Strandweg mal breit und komfortabel, mal schmal und mit Findlingen gespickt – festes Schuhwerk ist deshalb die bessere Wahl als Badelatschen.

Eine Tour, die sich besonders lohnt: der Steilküstenweg östlich von Hohwacht. Er beginnt am Ortsrand, steigt sanft an und führt oberhalb der Abbruchkante durch Knicks und über offene Felder. Nach etwa einer Stunde erreicht man einen Punkt, von dem aus man die gesamte Bucht überblickt – bei klarer Sicht bis zur Insel Fehmarn und zur Fehmarnsundbrücke. Der Rückweg führt entweder denselben Weg zurück oder unten am Strand entlang, was die Runde landschaftlich noch abwechslungsreicher macht.

Radfahrer nutzen den Ostseeküsten-Radweg, der die gesamte Bucht erschließt und dabei immer wieder ins Hinterland ausweicht. Die Strecke ist überwiegend flach, mit einzelnen kurzen Anstiegen an den Steilküstenabschnitten. Eine schöne Tagestour führt von Hohwacht über Blekendorf und Lütjenburg nach Panker und zurück an die Küste – rund 35 Kilometer, gut zu schaffen und mit mehreren Einkehrmöglichkeiten unterwegs.

Wer mit Kindern radelt, sollte den Wind einplanen. Die Bucht ist offen nach Nordosten, und was auf dem Hinweg wie Rückenwind gefühlt wird, ist auf dem Rückweg eine Herausforderung. Die Faustregel lautet: gegen den Wind hin, mit dem Wind zurück.

Essen, Einkaufen und regionale Spezialitäten

Die Gastronomie der Bucht ist bodenständig und stark saisonal geprägt. In den Sommermonaten haben Strandrestaurants, Fischbuden und Cafés in allen Orten geöffnet; zwischen Oktober und April dünnt das Angebot deutlich aus, und in kleineren Orten bleibt manchmal nur der Bäcker.

Frischen Fisch bekommt man an mehreren Stellen direkt von den Kuttern oder in Fischereibetrieben der Umgebung. Typisch für die Region sind Ostseedorsch, Scholle und – im Frühjahr – Hering. Dazu kommen Hofläden im Hinterland, die Kartoffeln, Erdbeeren, Äpfel und Direktvermarktetes anbieten. Wer eine Ferienwohnung mit Küche gebucht hat, kann sich hier deutlich besser versorgen als in jedem Supermarkt.

Für den Wocheneinkauf sind Lütjenburg und Schönberg die richtigen Adressen; in den Küstenorten selbst gibt es kleinere Läden, die das Nötigste abdecken, aber preislich über dem Niveau der größeren Märkte liegen. Ein Tipp für Anreisetage: Am Samstagnachmittag schließen viele kleine Läden früh, und sonntags ist außerhalb der Hauptsaison fast alles zu.

Praktische Tipps aus der Region

Windrichtung prüfen. Die Bucht öffnet sich nach Nordosten. Bei Ostwind läuft eine ordentliche Welle auf, bei Südwestwind ist das Wasser oft ruhig und klar. Wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, plant den Strandtag danach – nicht nach dem Sonnenschein.

Quallen einordnen. Ohrenquallen sind harmlos und in manchen Sommern zahlreich. Die rötlich-braune Feuerqualle kann unangenehm brennen; sie tritt vor allem im Spätsommer und nach längeren Ostwindlagen auf.

Bernstein finden. Nach Herbst- und Winterstürmen lohnt der Blick in die angespülten Tanggürtel. Bernstein ist leicht, schwimmt in stark gesalzenem Wasser und leuchtet im Gegenlicht.

Abends essen. Außerhalb der Hauptsaison schließen viele Küchen früh. Ein Anruf am Nachmittag erspart den Umweg.

Fazit: sieben Strände, ein Charakter

Die Hohwachter Bucht ist kein Ziel für alle, die abends Auswahl zwischen zwanzig Bars brauchen. Sie ist ein Ziel für alle, die morgens als Erste Spuren in den Sand setzen wollen. Zwischen dem lebendigen Kurstrand von Hohwacht, dem Naturschutzgebiet bei Sehlendorf und den windigen Weiten von Kalifornien und Brasilien liegen nur wenige Kilometer – aber sieben sehr unterschiedliche Arten, Ostsee zu erleben. Wer eine Unterkunft mit Meerblick wählt, verlängert diese Erfahrung um die Stunden, in denen man gar nicht am Strand ist: früh morgens, spät abends und an den Tagen, an denen der Regen waagerecht über die Bucht zieht und das Fenster die beste Aussicht des Hauses ist.

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Sven da Silva Rochel

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